Bd. 10, Nr. 15 (2011)

Aktuelle Anwendungsfälle Interkultureller Kommunikation

Die 15. Ausgabe von Interculture Journal beschäftigt sich mit ausgewählten Anwendungsfällen interkultureller Kommunikation.

Im ersten Beitrag beschreibt Klaus P. Hansen in seinem Essay "Interkulturelle Tragik: Jürgen Klinsmann über Amerika" das Amerikabild des ehemaligen Bundestrainers der Deutschen Nationalmannschaft und jetzigen Trainers der US- amerikanischen Fußballnationalmannschaft, das er anlässlich des 10. Jahrestages der Terroranschläge von 9/11 einem deutschen Fernsehpublikum in einer Talk-Show offenbarte. Angesichts der stereotyphaftigen Schilderung eines typischen Amerikaners aus Sicht eines in Deutschland sozialisierten Menschen plädiert Hansen für die Einführung des Begriffs "Interkulturelle Tragik".

Der zweite Beitrag von Alexandra Dehmel, Yi Li und Peter F. E. Sloane "Intercultural competence development in higher education study abroad programs: A good practice example" beschäftigt sich mit der Frage, wie effizient und effektiv universitäre Auslandsstudienprogramme hinsichtlich der Entwicklung interkultureller Kompetenz sein können. Als Good-Practice-Beispiel wird das "Asian Studies in Business and Economics (ASBE)” Programm der Universität Paderborn vorgestellt.

Der dritte Artikel von Xun Luo und Sebastian Kück "Gibt es Lernstile, die kulturspezifisch sind? Eine interkulturelle Annäherung an das Lernstilkonzept anhand einer vergleichenden Untersuchung am Beispiel deutsch-chinesischer Studenten" geht der Frage nach, inwiefern Lernstile sich aufgrund von Kulturspezifik darstellen lassen. Die Autoren vertreten dabei die Auffassung, dass eine Beschreibung der Lernstile – trotz deren Differenzierungsfunktion – nicht die Beschreibung der Gemeinsamkeiten im Lernverhalten der Zielgruppe ausschließen soll, um Synergiepotenziale zur Förderung von Interkulturalität zu entdecken.

Der letzte Beitrag von Nurcan Akbulut "Chancengleichheit: ein (ir)realistischer Anspruch?" setzt sich kritisch mit dem sonderpädagogischen Feststellungsverfahren auseinander und analysiert die Gründe und Legitimationskriterien für die Überrepräsentativität von Kindern mit nicht-deutscher Erstsprache an Förderschulen.

Ergänzt wird die Ausgabe durch zwei Rezensionen. Sara Dirnagl rezensiert das Buch "Prekäre Kommunikation: Die Vernehmung in der multikulturellen Gesellschaft" von Jan Rommerskirchen. Alexandra Stang rezensiert das Buch "Kultur und Kulturwissenschaft" von Klaus P. Hansen, das in diesem Jahr in der vierten Ausgabe erschienen ist. Darüber hinaus möchten wir auf einen aktuellen Call-for-Paper der beiden Gastherausgeber Prof. Dr. Jasmin Mahadevan und Prof. Dr. Claude-Hélène Mayer hinweisen: "Intercultural Engineering. Special Issue of Interculture Journal, October 2012." Genauere Informationen finden Sie in der Rubrik "ausblick" auf interculture-journal.com. Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben des Interculture Journal.

Stefanie Rathje (Berlin) und Jürgen Bolten (Jena) im Dezember 2011

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Vorwort der Herausgeber
Stefanie Rathje, Jürgen Bolten
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1-2

Artikel

Klaus P. Hansen
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3-10
Alexandra Dehmel, Yi Li, Peter F. E. Sloane
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11-36
Xun Luo, Sebastian Kück
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37-62
Nurcan Akbulut
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63-73

Rezensionen

Sara Dirnagl
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75-78
Alexandra Stang
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79-81