Bd. 10, Nr. 14 (2011)

Ein Quantum Kompetenz: Interkulturalität zwischen Ost und West

Die aktuelle Ausgabe von Interculture Journal "Ein Quantum Kompetenz: Interkulturalität zwischen Ost und West" stellt erneut das Thema interkulturelle Kompetenz in den Mittelpunkt. Damit ergänzt sie die 12. Ausgabe von Interculture Journal, die aktuelle Beiträge zur interkulturellen Kompetenzforschung vorstellte.

Die Wahl des Titels spielt auf den James-Bond-Film "Ein Quantum Trost" an. Inspiriert wurde die Titelwahl durch den Beitrag von Christoph Barmeyer und Jörg Scheffer, die sich in ihrem Artikel "Im Auftrag der Kulturvermittlung? Interkulturelle Kompetenz und Fremdheitsdarstellungen in den James Bond-Filmen" auf die Suche nach der speziellen interkulturellen Kompetenz der berühmten Filmfigur begeben. Dabei beleuchten sie kritisch die Kulturkontakte des Agenten 007, deren filmische Darstellung und mögliche Implikationen für die interkulturelle Bildung.

Alexander Dauner entwickelt in seinem Beitrag "Die organisierende Funktion von Kompetenz. Entwurf eines zwei-Ebenen-Modells interkultureller Kompetenz" ein neue Perspektive auf das Konzept interkultureller Kompetenz, auf dessen Grundlage interkulturelle Begegnungssituationen sowohl durch essentialistische als auch durch konstruktivistisch-prozessuale Kultur-Verständnisse der Handelnden bestimmt werden können.

Hanna Pułaczewska untersucht in ihrem Beitrag "Intercultural Competence for Unequal Business Encounters" die Problematik von interkultureller Schulungen, die im Kontext des Machtgefälles von Investor und Tochtergesellschaft durchgeführt werden.

Der Beitrag von Jasmin Mahadevan, Stefan Weißert und Franziska Müller "From given cross-cultural difference to a new Interculture: A Sino-German example" beschreibt auf Basis einer deutsch-chinesischen Industrie-Kooperation die Entstehung von Interkultur in organisationalen Zusammenhängen. Die Autoren plädieren in ihrem Beitrag für ein neues Verständnis von Interkulturalität, das sich von der kulturvergleichenden Perspektive – und den durch Kulturdimensionen vorgegebenen Unterschieden – löst zugunsten einer Perspektive emischer Prozesse des kulturellen Sinnmachens.

Elias Jammal widmet sich in dem Beitrag "Eros-Face" dem in der Forschung bisher noch nicht untersuchten arabischen Eros-Face-Konzept. Forschungen zu Face-Konzepten wurde in den letzten Jahren vorwiegend für asiatische Länder betrieben. Mit dem Beitrag eröffnet der Autor daher ein neues Forschungsfeld für die interkulturelle Forschung.

Im abschließenden Beitrag "Über die Bedeutung von Emotionen in der koreanischen Interaktion" beschreibt Anja Scherpinski-Lee zwei indigene koreanische Gefühlsmodi – Shimjung und Jung. Diese werden als Schlüsselkonzepte für das Verständnis koreanischer Interaktionsmechanismen vorgestellt und anhand zahlreicher Beispiele illustriert.

Ergänzt wird diese Ausgabe durch drei Rezensionen. Alexandra Stang rezensiert das Buch von Barbara Sterner "Public Relations in multinationalen Unternehmen. Eine explorative Fallstudie zur Koordination und Ausgestaltung von PR in einem multinationalen Finanzdienstleistungsunternehmen" und das Buch von Christine Zapf "Interkulturelle Wirtschaftskommunikation im kaufmännischen Schulwesen. Eine Untersuchung im deutsch-französischen Grenzraum". Kathrin Best widmet sich dem Sammelband von Katharina Knüttel und Martin Seeliger: "Intersektionalität und Kulturindustrie. Zum Verhältnis sozialer Kategorien und kultureller Repräsentationen".

Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben des Interculture Journal.

Stefanie Rathje (Berlin) und Jürgen Bolten (Jena) im September 2011

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Vorwort der Herausgeber
Stefanie Rathje, Jürgen Bolten
PDF
1-2

Artikel

Jörg Scheffer, Christoph Barmeyer
PDF
3-24
B. Alexander Dauner
PDF
25-46
Hanna Pułaczewska
47-54
Jasmin Mahadevan, Stefan Weißert, Franziska Müller
55-76
Elias Jammal
PDF
77-86
Anja Scherpinski –Lee
PDF
87-108