Bd. 10, Nr. 13 (2011)

Neue Aufgabenfelder für die interkulturelle Forschung

Die Beiträge der aktuellen Ausgabe von Interculture Journal zeigen zahlreiche neue Aufgabenfelder für die interkulturelle Forschung auf.

Der erste Beitrag von Dominic Busch "Kulturbegriffe in der Forschung zur interkulturellen Kommunikation: Konsequenzen für die Interpretation empirischer Beobachtungen und deren Handlungsrelevanz" systematisiert unterschiedliche Kulturverständnisse in der Forschung zur interkulturellen Kommunikation und zeichnet deren Auswirkungen auf weitere Forschungen sowie kulturpolitische Maßnahmen nach. Darauf aufbauend werden Parallelen und Besonderheiten medienvermittelter Kommunikation im Hinblick auf ihren Umgang mit Interkulturalität in der Gesellschaft aufgezeigt.

Jürgen Bolten schlägt in dem Beitrag "Diversity Management als interkulturelle Prozessmoderation" eine Brücke zwischen den Forschungsthemen Diversity und Interkulturalität. Der Beitrag zeigt Paradigmenverschiebungen im Diversitymanagement auf und legt theoretische Grundlagen für ein prozessorientiertes interkulturelles Diversity-Management.

Susann Juch und Stefanie Rathje bearbeiten in dem englischsprachigen Beitrag: "Cooperation Competence – A Problem- Oriented Model for Successful Interaction in Commercial Alliances" das für die interkulturelle Forschung neue Aufgabenfeld internationaler Unternehmenskooperationen. Entgegen bestehender Kooperationsansätze wird ein problemorientiertes Modell zur erfolgreichen Gestaltung der Interaktion vorgestellt, das zwischen typischen Interaktionsprinzipien, Problemsymptomen, Problemursachen und Lösungsmaßnahmen differenziert.

Ebenfalls auf dem Feld der internationalen Zusammenarbeit bewegt sich der Beitrag "Power / knowledge in postcolonial settings: The case of IT Bangalore" von Jasmin Mahadevan. Basierend auf einer ethnografischen Feldforschung bei einem deutschen IT-Unternehmen in Bangalore (Indien) beschreibt sie, wie Wissens- und Machtungleichgewichte die interkulturelle Zusammenarbeit beeinflussen.

Christian Linder behandelt mit Blick auf die EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei in dem Beitrag "Der eurozentristische Standpunkt in der Auseinandersetzung mit dem kulturell Anderen: Das Beispiel Türkei" die Problematik der Konstruktion des religiös und kulturell Anderen und deren Wirkung auf den politischen Diskurs.

Im letzten Beitrag beleuchtet Christian Wille mit seinem Artikel "Vertraute Fremde. Repräsentationen und Status von Grenzgängern in Luxemburg" ebenfalls das Verhältnis von Vertrautheit und Fremde, allerdings mit Blick auf die Situation der deutschen Arbeitsmigranten in der Grenzregion Deutschland-Luxemburg.

Ergänzt wird die Ausgabe mit einem Interview zum Thema "Erfolgreiche interkulturelle Kommunikation am Beispiel der ISO 26000" mit Dr. Annette Kleinfeld und Rezensionen der Bücher "Werbegeschichte als Kulturgeschichte. Spanien 1949 – 1989" von Francisco Javier Montiel Alafont, "Cultural Intelligence: Die Erfolgsformel für Wachstum in einer multipolaren Wirtschaftswelt" von Hanne-Seelmann-Holzmann und "Leben und Arbeiten in Indien" von Vinita Balasubramanian und Antje Fürth.

Die 13. Ausgabe stellt zugleich eine Zäsur für das Journal dar. Die Herausgeber und die Redaktion von Interculture Journal freuen sich, bekannt zu geben, dass die Zeitschrift nun für die nächsten drei Jahre finanziell von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt wird! Seit ihrer Gründung im Jahr 2002 hat sich die Online- Fachzeitschrift zu einem renommierten Publikationsorgan innerhalb der deutschsprachigen Interkulturatlitätsforschung entwickelt. Mit der gewährten Expansionshilfe aus dem DFG- Förderbereich: "Elektronische Publikationen"-Aktionslinie "Wissenschaftliche Zeitschriften" wird das Journal in den nächsten Monaten auf ein speziell für wissenschaftliche Fachzeitschriften maßgeschneidertes Content-Management- System umgestellt. Für die Autoren bedeutet dies u.a. einen verbesserten Einreichungs- und Reviewprozess. Die Leser unsere profitieren vor allem von einer bessern Auffindbarkeit und Durchsuchbarkeit der Beiträge. Daneben wird der bestehende Beirat weiter mit internationalen Wissenschaftlern ergänzt, um das Netzwerk zu anderen Institutionen und Publikationsorganen zu stärken. Insgesamt soll das Journal mit den geplanten Maßnahmen noch internationaler werden. Gleichzeitig bleibt Interculture Journal aber der Idee des offenen, freien Informations- und Meinungsaustauschs verpflichtet und stellt daher seine Ausgaben allen Interessenten auch weiterhin zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren sowie bei allen Lesern, die Interculture Journal auf dem bisherigen Weg begleitet haben und freuen sich auf die anstehenden Aufgaben.

Stefanie Rathje (Berlin) und Jürgen Bolten (Jena) im Mai 2011

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Vorwort der Herausgeber
Stefanie Rathje, Jürgen Bolten
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1-4

Artikel

Dominic Busch
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5-24
Jürgen Bolten
PDF
25-38
Stefanie Rathje, Susann Juch
39-60
Jasmin Mahadevan
61-82
Christian Linder
PDF
83-100
Christian Wille
PDF
101-114

Replik

Interview mit Dr. Kleinfeld: Erfolgreiche interkulturelle Kommunikation am Beispiel der ISO 26000
Carolin Sauerbier
PDF
117-122

Rezensionen

Tatjana van de Kamp
PDF
123-128
Tatjana van de Kamp
PDF
129-132
Klaus Boll
PDF
133-134