Bd. 6, Nr. 4 (2007)

Als Ergänzung zu unserer Sonderausgabe vom Januar dieses Jahres mit dem Thema "Interkulturelle Kompetenz und Employability", die vor allem die Ausbildung interkultureller Kompetenz an der Hochschule in den Blick nahm, setzt sich die aktuelle Ausgabe von interculture journal mit der Vermittlung interkultureller Kompetenz in Kontexten außerhalb der Hochschule auseinander.

Wir freuen uns, Ihnen wieder eine Reihe von praxisorientierten Beiträgen vorstellen zu können, deren Erkenntnisse auch die laufende Konzeption neuer Studiengänge auf Bachelor- und Masterniveau befruchten können.

Alfons Scholten, selbst an einem Gymnasium tätig, macht sich in seinem Artikel "Interkultureller Kompetenzerwerb in der Schule als Beitrag zur employability" für eine Integration interkultureller Kompetenz als Lernziel bereits in der Schule stark und entwickelt konkrete Vorschläge zur Implementierung dieses Ansatzes.

Der pädagogische Psychologe Tobias Ringeisen und seine Co-Autorinnen Petra Buchwald und Christine Schwarzer von der Abteilung für Weiterbildung und Beratung an der Universität Düsseldorf setzen sich in ihrem Beitrag "Unterrichtsgestaltung aus interkultureller Perspektive” ebenfalls mit interkultureller Kommunikation im Rahmen der schulischen Ausbildung auseinander, untersuchen jedoch eher die Herausforderungen des Lehrens im Kontext multikultureller Schülergruppen. Auf Basis einer kulturvergleichende Analyse leiten sie Empfehlungen zur Lehrerqualifikation und Unterrichtsgestaltung ab.

Daniel Scheible widmet sich dem Thema Employability aus Sicht einer bestimmten Branche, dem Gesundheitssektor. In seinem Artikel "Interkulturelle Kompetenz für das Management im Gesundheitswesen” weist er einerseits die steigende Bedeutung interkultureller Kommunikationsfähigkeiten in diesem Bereich, andererseits ihre mangelhafte Vermittlung in herkömmliche Bachelorstudiengängen im Gesundheitsmanagement nach. Am Beispiel der Europaschule Fresenius entwirft er ein Konzept zur Integration von kulturwissenschaftlichen Inhalten in Studiengänge des Gesundheitsmanagements.

Der abschließende Beitrag "Evaluation of a Western training concept for further education in China” von Bettina Fischer und Birgitta Kopp von der Ludwig-Maximilians-Universität München beschäftigt sich mit der Frage der Kulturabhängigkeit von Vermittlungsmethoden im Trainingsbereich. Anhand des Trainings eines deutschen Automobilherstellers für chinesische Mitarbeiter untersuchen die Autorinnen Unterschiede zwischen westlichen und chinesischen Lerngewohnheiten und entwicklen Ansätze zur Adaption von Trainings je nach kulturellem Lernerkontext.

Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben von interculture journal.

Stefanie Rathje und Jürgen Bolten, Jena im Mai 2007

Inhaltsverzeichnis

Artikel

Alfons Scholten
3-26
Tobias Ringeisen, Petra Buchwald, Christine Schwarzer
27-48
Daniel Scheible
49-56
Bettina Fischer, Brigitta Kopp
57-76