Bd. 5, Nr. 2 (2006)

Pünktlich zur 7. Interkulturellen Sommerakademie in Jena präsentieren wir Ihnen die zweite Ausgabe von interculture journal, die einen inhaltlichen Schwerpunkt auf das Thema Stereotyp und Vorurteil im interkulturellen Kontext setzt. Wir freuen uns, Ihnen Artikel aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen vorstellen zu können, die das breite disziplinäre Spektrum widerspiegeln, das interculture journal repräsentieren möchte.

In seinem einleitenden Grundlagenbeitrag "Die Bedeutung von Vorurteil und Stereotyp im interkulturellen Handeln" liefert der Regensburger Psychologe Alexander Thomas einen umfassenden Forschungsüberblick zu Stereotyp und Vorurteil. Indem er ihren psychologischen Nutzen für das Individuum nachzeichnet, wendet sich Alexander Thomas gegen eine undifferenzierte Verteufelung der beiden Konzepte. Auf Basis empirischer Forschung stellt er praxisorientierte Handlungsvorschläge zum Umgang mit Stereotyp und Vorurteil im interkulturellen Kontext zusammen und identifiziert bestehende Forschungslücken.

Der betriebswirtschaftliche Artikel von Manuel Lérida A Case Study on Spanish Small and Medium Sized Companies untersucht Möglichkeiten des Einsatzes bikultureller Experten für das Exportgeschäft am Beispiel spanischer KMUs (kleinerer und mittlerer Unternehmen), die Produkte nach Deutschland vertreiben.

Der Politikwissenschaftler und Tschechien-Experte Mario Schulz setzt sich in seinem Artikel "Transnationale Räume" mit diesen erfolgreichen aber wenig bekannten Instrumenten zur Lösung internationaler, historisch bedingter Konflikte auseinander. Am Beispiel der deutsch-polnischen Schulbuchkommission sowie der deutsch-tschechischen Historikerkommission entwickelt er ein Modell Transnationaler Räume und identifiziert auf Basis einer Literaturanalyse innerhalb der Geschichts-, Politik- und Kulturwissenschaften vielversprechende Forschungsdesiderata zu ihrer Arbeits- und Wirkungsweise.

Die Religionswissenschaftler Hans-Georg Ziebertz und Leo van der Tuin stellen in ihrem Beitrag "Pluralitätsverdruss und Fremdenangst?" die überraschenden Ergebnisse einer vergleichenden empirischen Untersuchung der Einstellungen niederländischer und deutscher Jugendlicher vor, die nach Zusammenhängen zwischen religiösem Hintergrund und Vorurteilen bzw. Fremdenhass sucht.

Der letzte Artikel, unser erster journal-Beitrag aus China von Jingtao Yu, nimmt das Thema des einleitenden Beitrags von Alexander Thomas auf und beschäftigt sich mit Stereotypisierung im interkulturellen Kontext. Die westliche Sichtweise zu Stereotypen und Vorurteilen erhält hier eine wertvolle Erweiterung um die Perspektive der chinesischen Forschung.

Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben von interculture journal.

Stefanie Rathje (Jena) und Jürgen Bolten (Jena) im September 2006

Inhaltsverzeichnis

Artikel

Alexander Thomas
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3-20
Manuel Lérida
21-48
Mario Schulz
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49-82
Hans-Georg Ziebertz, Leo van der Tuin
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83-112
Jingtao Yu
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113-124