Differenzerfahrungen und interkulturelle Integration in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern

Christian Büttner

Abstract


Interkulturelle Kompetenz wird weitläufig als eine Verhaltensfähigkeit verstanden, die zur Aufklärung von interkulturellen Missverständnissen beitragen oder diese gar nicht erst entstehen lassen soll. Interkulturelle Trainings im Bereich von Sozialpädagogik und Sozialarbeit bedienen sich meist eines Selbsterfahrungsaspekts im Zusammenhang mit Kommunikationsbarrieren und Vorurteilsmechanismen. Daraus soll bei den Teilnehmern das Motiv entstehen, sich kognitiv mit Menschen fremder Herkunft zu beschäftigen, etwa indem man sich Informationen über fremde Kulturen aneignet. So überzeugend und effektiv solche Bausteine von Trainingskonzepten auch wirken oder sind, sie betreffen die Idee einer Spezialkompetenz, die wenig mit den Verständigungsproblemen von Einheimischen untereinander zu tun zu haben scheint und nur selten mit sozialisationstheoretischen oder entwicklungs- oder sozialpsychologischen Konzepten und schon gar nicht erziehungswissenschaftlichen Ansätzen der Erwachsenenbildung vermittelt ist. Das Artikel bemüht sich anhand von Resultaten mit einer selbsterfahrungsorientierten Didaktik zu zeigen, dass und wie die grundsätzliche und im Laufe der Sozialisation vermittelte Haltung zu Differenz, die den Gegensatz des Fremden zum Eigenen ausmacht, thematisiert werden kann und wie sich aus dieser Thematisierung Handlungsoptionen für sozialpädagogische Fragestellungen zu interkulturellen Begegnungen ableiten lassen. Es geht dabei insbesondere um eine Verknüpfung von Theorien zu ersten Fremdheitserfahrungen in der frühkindlichen Entwicklung, um die Bedeutung sozialpsychologischer Konzepte zur Inklusion bzw. Exklusion von Fremden in Gruppen, sowie um die Brauchbarkeit dieser theoretischen Ansätze für die Erwachsenenbildung.

Schlagworte


Differenzerfahrungen; interkulturelle Integration; sozialpädagogische Arbeitsfelder;

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