Social Media und interkultureller Dialog im Vorfeld internationaler Workcamps – Potentiale und Realität

Anne Burghardt

Abstract


Vor dem Hintergrund ihrer weltweiten Popularität haben einige Praktiker der internationalen Jugendarbeit die Vermutung geäußert, Teilnehmende internationaler Begegnungsmaßnahmen würden, ohne Zutun der Teamer, bereits vor Beginn einer Begegnung Social Media in interkulturellen Dialog treten. Aufgrund dieser Annahme wurde eine empirische Studie durchgeführt, welche Aufschluss darüber gibt, ob und wie Teilnehmende internationaler Workcamps Social Media wirklich vor Beginn eines Projektes als Kommunikationsmittel nutzen. Dabei nahmen 394 Freiwillige aus 34 verschiedenen Ländern an der Fragebogenerhebung teil. Zudem wurden teilnehmende Beobachtungen in zwei Workcamps durchgeführt.

Die Analyse der erhobenen Daten zeigt, dass ca. die Hälfte der Freiwilligen Social Media, insbesondere Social Networking Services, nutzten, um vor dem Beginn der Begegnung mit anderen Gruppenmitgliedern und Teamern in Kontakt zu treten. Tatsächlich fand eine wechselseitige Kommunikation aber hauptsächlich zwischen Freiwilligen und Teamern statt. Zwischen den Freiwilligen blieb es zumeist bei der einseitigen Aufnahme von Informationen. Nur selten traten diese tatsächlich in einen (interkulturellen) Dialog miteinander. In der Folge entwickelten sich vor Begegnungsbeginn keine sozialen Strukturen in der Gruppe. Die Daten legen nahe, dass der interkulturelle Dialog zwischen den Freiwilligen vor Projektbeginn nicht durch den Einsatz von Social Media gefördert wurde.


Schlagworte


Social Media; soziale Netzwerke; interkultureller Dialog; internationale Workcamps; Jugendbegegnungen; Kommunikation

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