Kulturstandards – woher sie kommen und wie sie wirken

Patrick Kühnel

Abstract


Obwohl schon seit längerem versucht wird, kulturelle Unterschiede mit Hilfe theoretischer Konstrukte wie Kulturdimensionen und Kulturstandards operationalisierbar zu machen, besteht eine eigentümliche Diskrepanz zwischen intuitiver Plausibilität auf der einen Seite und praktischer Anwendbarkeit bzw. theoretischer Fundierung auf der anderen Seite. So ist es zwar relativ problemlos möglich, Kulturspezifika zu identifizieren und zu beschreiben, wenn es jedoch darum geht, diese in praktische Handlungsanweisungen umzusetzen, erweisen sich die Schlussfolgerungen oftmals als zu kurz gegriffen. Hier setzt die vorliegende Arbeit an, indem sie am Beispiel von deutschen Kulturstandards zu zeigen versucht, dass diese systemischen Charakter besitzen, sofern der luhmannsche Systembegriff erweitert und Begriffsbildung als Operationsweise von Systemen zugelassen wird. Als zentral hierbei wird sich die Kantische Moralphilosophie erweisen. Diese im deutschsprachigen Kulturraum wirkmächtige Ausformulierung der Goldenen Regel erscheint bei genauerer Betrachtung als Kristallisationskern eines konzeptuellen Systems, innerhalb dessen die einzelnen Kulturstandards einander stützen.


Schlagworte


Kulturstandards; Systemtheorie; Luhmann; Kant

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