So nah und doch so fern – Fremdheitserfahrungen deutscher Migranten in Frankreich

Manfred Ertl

Abstract


Ziel dieses Artikels ist es zu verstehen, wie deutsche Auswanderer der 80er und 90er Jahre in Frankreich die kulturelle und gesellschaftliche Distanz erlebt haben, welche Fremdheitserfahrungen sie gemacht haben und wie sie damit umgegangen sind, um ihren Platz in der französischen Gesellschaft zu finden und sich an die Kultur (im Sinne von Sitten, Gebräuchen, Werten usw.) und die Gesellschaft zu gewöhnen. Wir analysieren die Lebensweise der Deutschen in Frankreich vornehmlich aus einer inneren, subjektiven Perspektive, aus ihrer Wahrnehmung der Fremdheit.

Wir vernachlässigen bewusst klassifizierende Ansätze der Integration. Jedoch interessieren wir uns dafür, wie sich der Migrant von seiner neuen Umgebung wahrgenommen fühlt. Wichtige Ergebnisse der Studie sind: Die Ursprungskultur prägt durch ihre Sozialisierung auf Lebenszeit und man bleibt immer irgendwie fremd in der zweiten Kultur. Man muss der Herkunftskultur einen angemessenen Platz im Leben einräumen, um die Fremdheitserfahrungen besser ertragen zu können. Dafür gilt es eine Vielzahl von Anpassungsleistungen zu bewerkstelligen, um eine Ursprungskultur im Ausland (miter-)leben zu können, ohne sich darin einzuschließen. Schließlich kommt es bei vielen Migranten zu einer Persönlichkeitsstärkung durch die Auswanderung.


Schlagworte


Kultur, Fremder, Ausländer, Migrant, Auswanderung

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