Rahmenmanagement – Interkulturelle Kompetenzentwicklung durch Gesprächsführung

Kirsten Nazarkiewicz

Abstract


Die Bedeutung von Gesprächsführung als Instrument zur Vermittlung interkultureller Kompetenzen wurde bisher stark vernachlässigt. Der vorliegende Beitrag reflektiert die Kommunikation im Training als entscheidende Dimension des interkulturellen Lernens speziell mit Blick auf Teilnehmende aus technisch orientierten Kontexten. In einem ersten Schritt werden drei grundlegende Forschungserkenntnisse zu charakteristischen Orientierungen und sozialen Erwartungen in Lernkontexten vorgestellt. Die herauspräparierten regelmäßigen Verhaltensmuster zeigen eine Tendenz, Gespräche themenorientiert und nach einer expertenzentrierten binären Logik von ‚richtig oder falsch‘ zu leiten. Ich werde argumentieren, dass die unreflektierte Reproduktion dieser pädagogischen Struktur nicht hilfreich für interkulturelles Lernen ist, und aufzeigen, wie man diese unhintergehbaren Erwartungen für einen kollektiven interkulturellen Lernprozess nutzen kann. So entsteht eine gleiche Augenhöhe zwischen Experten zweier Subkulturen (technischen und interkulturellen Experten). Daran anknüpfend werden vier Arten von kommunikativen Strategien und Interventionen vorgestellt und illustriert. Diese ermöglichen den Trainern eine Gesprächsführung, welche die Entwicklung von interkultureller Kompetenz bei allen Beteiligten (die Trainer eingeschlossen!) unterstützt. Der Beitrag betont das Rahmenmanagement als Methode zur Vermeidung rein inhaltsbezogener, normativ ausgerichteter Trainings durch die Nutzung verbaler und paraverbaler Techniken und unterschiedlicher Interventionsformen.


Schlagworte


Kommunikation, Konversationsanalyse, technische interkulturelle Kompetenz, Rahmenmanagement

Volltext:

PDF (English)

Refbacks

  • Im Moment gibt es keine Refbacks


Copyright (c)