Von bestehenden Kulturunterschieden zu einer neuen Interkultur: Ein Chinesisch-Deutsches Fallbeispiel

Jasmin Mahadevan, Stefan Weißert, Franziska Müller

Abstract


Der vorliegende Beitrag zeigt die Entstehung einer neuen Inter-Kultur für eine konkrete deutsch-chinesische Unternehmenskooperation auf. Die Daten wurden mittels teilnehmender Beobachtung erhoben. Kultur wird in diesem Kontext als intersubjektive Bedeutungsherstellung verstanden. Es wird zwischen emischen und etischen Perspektiven auf Kultur unterschieden. Die Kernfrage bestand darin herauszufinden, inwieweit bestehende kulturelle Unterschiede, die auf sozio- und nationalkulturellen Dimensionen basieren, kontextualisiertes Verhalten determinieren und inwieweit MitarbeiterInnen eines chinesisch-deutschen Dienstleistungsunternehmens in der Interaktion miteinander eine neue Inter-Kultur erschaffen. In dem hier diskutierten Fall geschieht dies durch den kollektiven Gebrauch eines Umdeutung von "Praktikabilität" (practicality). Der Hauptbeitrag dieser Artikels ist folgende Erkenntnis: Kulturdimensionen beschreiben lediglich anfängliche kulturelle Unterschiede, sagen jedoch nichts aus über den von uns identifizierten Prozess kultureller Neuschöpfung, den wir als Intercultural Creation benennen. Diese Erkenntnis soll Interkulturalisten Denkanstöße für die Praxis liefern. Mit unserem Beitrag verlassen wir den Fokus auf kulturvergleichende, durch Kulturdimensionen vorgegebene Unterschiede (im Englischen als cross-cultural benannt). Wir implementieren einen paradigmatischen Wandel hin zu einem interkulturellen Verständnis emischer Prozesse des kulturellen Sinnmachens.

Schlagworte


Emisch; Kultur; Interkulturell; Kulturdimensionen; Interkultur; Soziale Identität; GLOBE;

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